Umfrage
Hohe Bereitschaft zu persönlichen Einschnitten bei Reformen
6.11.2026, 09:30
Ein Großteil der Menschen in Deutschland würde zugunsten nachhaltiger Sozialreformen kurzfristige persönliche Einschnitte akzeptieren. 41 Prozent der 5.000 repräsentativ befragten Erwachsenen antworteten in einer Civey-Umfrage für den Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) entsprechend.
In der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen ist demnach die Bereitschaft mit 56 Prozent am höchsten, bei entsprechenden Reformen vorübergehend Nachteile in Kauf zu nehmen. Bei den 18- bis 29-Jährigen sagen dies 46 Prozent. Am geringsten ist die Zustimmung in dieser Frage in der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen mit 24 Prozent.
Dagegen ist es über alle Altersklassen hinweg breiter Konsens, dass das Land umfassende politische Reformen braucht, nicht nur um die sozialen Sicherungssysteme mittel- bis langfristig zukunftssicher aufzustellen: 83 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer sehen das so.
«Die Bürger wollen keine Strohfeuer»
Ganz oben auf ihrer Forderungsliste steht der Wunsch nach deutlich weniger Bürokratie (44 Prozent). Jeweils etwas mehr als ein Drittel halten einen effizienteren Einsatz staatlicher Ausgaben (36 Prozent) und langfristig finanzierbare Sozialsysteme (35 Prozent) für wichtig. 32 Prozent wünschen sich, dass die Bundesregierung Strom besser bezahlbar macht.
«Die Menschen in Deutschland wollen Veränderung, weil sie merken, dass es zu wenig ist, den eigenen Status quo zu erhalten, während die Welt um uns herum immer mehr Fahrt aufnimmt», kommentiert ZVEI-Präsident Daniel Hager die Umfrageergebnisse. «Die Bürgerinnen und Bürger wollen keine Strohfeuer. Sie wollen strukturelle Verbesserungen und verlässliche Entlastungen.»