Bundespräsident

Steinmeier auf Bergtour

28.10.2026, 11:55

Hoch hinaus in China: Bundespräsident Steinmeier verbringt den zweiten Tag seines Staatsbesuchs im Gelben Gebirge. Die Debatte über seine Nachfolge wird in der Delegation aufmerksam verfolgt.

Seilbahnfahren und Wandern, Freizeitlook statt Anzug - vor seinen politischen Gesprächen in Peking hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seinem viertägigen Staatsbesuch in China einen Tag auf dem Land verbracht. Er besuchte zunächst das 1131 gegründete Dorf Hongcun - eine Touristenattraktion auch für Chinesen. Von da aus ging es in das Huangshan-Gebirge, das auch den Namen Gelbes Gebirge trägt.

Viel gesehen - aber nicht genug

Steinmeier und seine Delegation fuhren zunächst per Seilbahn nach oben. Dann ging es zu Fuß weiter - über unzählige Felstreppen steil bergauf und nach einer Mittagspause wieder steil bergab. Steinmeier war leger unterwegs, trug einen dunkelblauen Pullover und zeigte beste Kondition. Begleitet wurde er auch von seiner Frau Elke Büdenbender.

Bevor er mit einem chinesischen Hochgeschwindigkeitszug - vergleichbar einem deutschen ICE - zurück nach Hefei fuhr, wo sein Luftwaffen-Airbus für den Weiterflug nach Peking wartete, verabschiedete Steinmeier sich am Bahnsteig von seinen Gastgebern mit den Worten: «Wir haben viel gesehen, aber nicht genug. Also müssen wir wiederkommen.»

Nachfolge-Debatte wird auch bei Staatsbesuch verfolgt

Dies muss dann allerdings seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger übernehmen. Steinmeiers Amtszeit endet am 18. März kommenden Jahres. Die in der Union entbrannte Debatte über mögliche Nachfolger war in der Steinmeier-Delegation ein Top-Gesprächsthema. Sie wurde von manchen mit einem ungläubigen Kopfschütteln kommentiert. Er selbst äußerte sich mit keinem Wort dazu. 

Andere taten es schon, etwa Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour, der den Bundespräsidenten begleitet. Er ließ keinen Zweifel daran, dass er die jetzt ins Gespräch gebrachte hessische CDU-Landespolitikerin (Christdemokraten) Ines Claus für ungeeignet hält und stattdessen die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner favorisiert: «Wir müssen jetzt vorangehen und das Land zusammenhalten. Dafür braucht es Wärmeströme, dafür braucht es Seniorität und eine Autorität. Ilse Aigner hätte das alles.»

Treffen mit Xi am Freitag Höhepunkt des Staatsbesuches

In der chinesischen Hauptstadt will der Bundespräsident an diesem Donnerstag an der Peking Universität eine Rede zu den deutsch-chinesischen Beziehungen insbesondere im Bereich Wirtschaft und zur Rolle Chinas als Weltmacht in den internationalen Beziehungen halten. Diese beiden Themen werden voraussichtlich auch die Treffen am Tag darauf mit Chinas Staatschef Xi Jinping und Ministerpräsident Li Qiang bestimmen.