Staatsbesuch

Deutschland und Mongolei vereinbaren engere Zusammenarbeit

20.10.2026, 14:54

Rund 6.000 Kilometer musste der mongolische Präsident Khurelsukh fliegen, um nach Berlin zu kommen. Beim Staatsbesuch fühlt er sich unter Freunden. Von Gastgeber Steinmeier erhält er viel Anerkennung.

Deutschland und die Mongolei wollen ihre Beziehungen weiter ausbauen. Das vereinbarten beide Seiten beim Staatsbesuch des mongolischen Präsidenten Ukhnaa Khurelsukh in Deutschland. Die Mongolei betrachte Deutschland als einen «engen, verlässlichen Partner und Freund in Europa», sagte Khurelsukh nach einem Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Zur Vertiefung der Zusammenarbeit werde sein Land ein Generalkonsulat in Frankfurt am Main eröffnen.

Steinmeier betont Bedeutung verlässlicher Partner

Steinmeier empfing seinen Gast am Vormittag in der Villa Borsig mit militärischen Ehren. In der gemeinsamen Pressekonferenz betonte er: «Mehr als 6.000 Kilometer trennen uns geografisch. Und doch verbindet uns eine ganz enge Partnerschaft - und das in einer Zeit, in der verlässliche Partner wichtiger sind denn je.» Deutschland und die Mongolei setzen auf ein gemeinsames Fundament von Freiheit und Menschenrechten, der Herrschaft des Rechts und des Eintretens für eine Welt, in der jedes Land seinen Weg selbst bestimme.

Der Bundespräsident würdigte ausdrücklich das Engagement der Mongolei bei Friedensmissionen der Vereinten Nationen und bei den Friedensbemühungen im Nahen Osten. «Ich habe großen Respekt davor, wie die Mongolei ihre Spielräume nutzt, um international wertvolle Beiträge zu liefern.» Steinmeier hatte 2024 einen Staatsbesuch in der Mongolei absolviert, den Khurelsukh jetzt erwiderte. 

Tiefere Zusammenarbeit in vielen Bereichen vereinbart

Das mongolische Staatsoberhaupt plädierte für eine Intensivierung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen und für mehr gegenseitige Investitionen. Man habe einen Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen Klimaschutz, Entwicklungszusammenarbeit, Banken, Finanzen, Bildung, Wissenschaft und Verteidigung beschlossen. Anfänge einer Zusammenarbeit gebe es zum Beispiel bereits bei erneuerbaren Energien. Die Mongolei ist laut Khurelsukh auch daran interessiert, privaten Airlines Flugverbindungen nach Berlin zu ermöglichen.

Eröffnung einer Ausstellung über Dschingis Khan

Steinmeier und Khurelsukh eröffneten am Nachmittag eine große Ausstellung über Dschingis Khan, den Begründer des mongolischen Weltreiches. Im kommenden Jahr jährt sich sein Tod zum 800. Mal. Die Ausstellung werde der deutschen und europäischen Öffentlichkeit vertiefte Einblicke in die Geschichte des mongolischen Reiches, in die Lebensweise und Kultur der Mongolen sowie in ihren Beitrag zur Menschheitsgeschichte vermitteln, sagte Khurelsukh. Steinmeier zeigte sich überzeugt, dass die Ausstellung viele Menschen für die Geschichte und Kultur der Mongolei begeistern werde.