Nato-Ostflanke

Deutsche Piloten schützen Luftraum während Wahl in Lettland

1.10.2026, 13:20

Lettland hat die Nato-Verbündeten um den Schutz seines Himmels bei den Parlamentswahlen gebeten. Die Luftwaffe unterstützt den Baltenstaat – es ist ein besonderer Einsatz für deutsche Piloten.

Die Luftwaffe beteiligt sich auf Bitte von Lettland mit vier Eurofightern am Schutz des Luftraums des baltischen EU- und Nato-Landes während der Parlamentswahl. «Unsere Aufgabe hier ist, den Luftraum über dem Baltikum und insbesondere Lettland freizuhalten von allen möglichen Gefahren», sagte der deutsche Einsatzkontingentführer, Oberstleutnant Swen Jacob, der Deutschen Presse Agentur auf der lettischen Luftwaffenbasis Lielvarde. Ein Schwerpunkt liege auf der Abwehr von mögicherweise einfliegenden Drohnen.  

Lettland wählt am 3. Oktober eine neue Volksvertretung. Das Nato-Land hatte vor dem Hintergrund wiederholter Verletzungen des baltischen Luftraums in jüngster Zeit seine Nato-Verbündeten um Unterstützung für eine sichere Durchführung der Wahlen gebeten. Die Luftwaffe hatte daraufhin vier Eurofighter und rund 40 Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg an der Donau verlegt. Sie werden für gut eine Woche in Lettland stationiert sein und Aufgaben zur Unterstützung der integrierten Luft- und Raketenabwehr der Nato übernehmen. 

Lettland grenzt im Osten an Russland und Belarus. Im Zuge des Ukraine-Kriegs hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen in dem Baltenstaat gegeben. In zwei Fällen wurden Drohnen von Nato-Kampfjets über Lettland abgeschossen.

Piloten haben sich speziell vorbereitet 

Nach Angaben von Jacob haben sich die deutschen Piloten speziell auf ihren Auftrag vorbereitet. «Wir haben die Taktiken nochmal ausgewertet, die Verfahren und die verschiedenen Drohnen», sagte er. Zudem seien mit Simulator-Missionen verschiedene Szenarien durchgespielt und Abläufe angepasst worden. 

Viel ändern würde sich für die Piloten gegenüber dem regulären Einsatz zur Luftraumüberwachung aber nicht. «Wir waren schon früher auf russische Flugzeuge vorbereitet. Wir wussten nie, was sie vorhatten. Sie konnten aggressiv sein oder einfach nur herumfliegen. Dasselbe gilt für Drohnen», sagte Jacob, der selbst regelmäßig im Cockpit sitzt.