Frauenfußball

Frauen-Bundesliga: Künftig mit Playoffs?

30.09.2026, 10:20

In der künftig eigenständigen Bundesliga der Fußballerinnen wird sich bei den Fernsehübertragungen einiges ändern. Vor allem der Sonntag steht dabei im Mittelpunkt.

Der Frauenfußball-Bundesliga FBL e. V. hat nach ihrer Abspaltung vom DFB den Verkauf ihrer TV-Rechte gestartet. Der Ausschreibung enthalten ist auch ein sogenanntes revolutionäres Szenario mit Playoff-Spielen um Meisterschaft und Auf- und Abstieg.

Meister aus München gegen Playoffs 

Gegen Playoffs hatte sich zuletzt Bianca Rech als Direktorin Frauenfußball beim Doublegewinner FC Bayern München ausgesprochen: «Am Ende muss die Mannschaft Meister werden, die über die ganze Saison die besten Leistungen erbracht hat.» Auch Vizemeister VfL Wolfsburg wehrt sich gegen eine mögliche Änderung des Spielmodus.

Im Gegensatz zum «evolutionären Szenario» mit dem bisherigen Spielmodus mit nur einer Hin- und Rückrunde könnte die FBL über Playoffs weitere Begegnungen vermarkten: In vier Spielen würden dann die vier Bestplatzierten den Meister ermitteln - in zwei Halbfinals, einem Finale und einem Spiel um Platz drei, der zur Teilnahme an der Champions League berechtigen könnte. Zudem würde in diesem Fall in drei Play-In-Spielen ein weiterer Auf- und Abstiegsplatz zwischen der 1. und 2. Liga ausgespielt.

Mitgliederversammlung entscheidet

Ob es so weit kommt - darüber entscheiden nach Abschluss der Verhandlungen mit Medienunternehmen die Clubs bei der Mitgliederversammlung am 30. November. Fest steht, dass sich bei den künftigen Übertragungen einiges ändert: Statt bisher sieben unterschiedlichen Anstoßzeiten an vier Tagen finden die Spiele künftig an drei festen Terminen von Freitag bis Sonntag statt. Der Schwerpunkt liegt künftig auf dem Sonntag mit fünf Parallelspielen und einer Fernsehkonferenz ab 14.00 Uhr.

«Wir stellen die Frauen-Bundesliga neu auf - und der Spieltag ist ein zentraler Teil davon», sagte FBL-Präsidentin Katharina Kiel. Man wolle die Liga «sichtbarer machen und mehr Menschen dauerhaft für die gewinnen». 

Neue «Leuchtturmspieltage»

Bewusst verzichtet wird künftig auf die bei Fans ungeliebten Montagsspiele. Dafür sind neben Supercup und Saisoneröffnung pro Saison vier «Leuchtturmspieltage» vorgesehen. Dies werden gezielt in den Abstellperioden des Männerfußballs angesetzt, wenn dort keine Liga- oder Pokalspiele stattfinden. Zugleich soll die TV-Präsenz der Liga auf frei empfangbaren Plattformen ausgebaut werden. 

Die nationalen Medienrechte an den Bundesliga-Partien und am Supercup sind für die Spielzeiten 2027/28 und 2028/29 ausgeschrieben. Dies war um mehrere Monate verschoben worden, nachdem sich der Deutsche Fußball-Bund und die FBL auf einen Grundlagen- und Pachtvertrag einigen mussten. Die Liga vermarktet sich von der kommenden Saison an selbst. 

Bisher gut fünf Millionen Euro pro Saison

Die bisher letzte TV-Rechtevergabe für die Frauen-Bundesliga unter DFB-Federführung hatte eine Erhöhung der Lizenzeinnahmen um das 16-fache ergeben. Seit der Saison 2023/24 gibt es jährlich 5,17 Millionen Euro brutto. In der aktuellen Runde laufen alle 132 Spiele beim Telekom-Sender MagentaSport und beim ebenfalls kostenpflichtigen Streamer DAZN. Zudem gibt es 22 Partien im frei empfangbaren Fernsehen bei Sport1 sowie zehn Partien bei ARD und ZDF.