Diplomatie

Bundesregierung hofft im Iran-Konflikt auf Beitrag Chinas

22.09.2026, 13:35

Kurz vor der UN-Generalversammlung telefoniert Außenminister Wadephul mit seinem Amtskollegen aus China. Ein Thema ist auch der Konflikt im Iran. Peking wird wichtiger Einfluss auf Teheran nachgesagt.

Im Iran-Konflikt und mit Blick auf die damit verbundenen Auswirkungen auf die internationale Schifffahrt hofft Deutschland für eine Deeskalation auch auf einen Beitrag Chinas. China könne seinen Einfluss auf den Iran konstruktiv nutzen, schrieb das Auswärtige Amt auf der Plattform X nach einem Telefonat zwischen Bundesaußenminister Johann Wadephul und seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi.

In Berlin betonte Wadephul vor seinem Abflug zur UN-Generalversammlung die Rolle Pekings. «Ich bin dankbar, dass wir einig darin sind, dass das Prinzip der freien Navigation sowohl in der Straße von Hormus als auch vor dem Bab al-Mandab im Eingang zum Roten Meer gewahrt werden müssen», sagte er. Beide Seiten wollen laut dem CDU-Politiker alle Möglichkeiten gemeinsam nutzen, um zu einer Deeskalation beizutragen. 

China gilt als wichtiger Verbündeter des Irans, weil es den Großteil der iranischen Ölexporte abnimmt und das Land wirtschaftlich unterstützt. Die USA hatten Ende August Unternehmen aus Hongkong und China wegen des Vorwurfs sanktioniert, dem Iran Zugang zu wichtiger Technologie für die Nuklearforschung und die Entwicklung von Raketen zu verhelfen.

Peking erwähnt Iran nur knapp

Aus Peking hieß es zum Iran-Gesprächsteil in dem Telefonat zwischen Wang und Wadephul lediglich, beide hätten über «die Lage im Iran und die Ukraine-Krise» gesprochen. Wang sagte, China werde nur Maßnahmen ergreifen, die dem Frieden dienten, und sich für Vermittlung einsetzen, wie es in einer Mitteilung des chinesischen Außenministeriums in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) hieß.

Angesichts der angespannten Handelsbeziehungen zwischen der EU und China betonte Wang stattdessen, die chinesisch-deutsche Zusammenarbeit vertiefen zu wollen. China und die EU sollten keinen Handelskrieg führen, sagte Wang. China hoffe, dass Deutschland eine pragmatische Haltung beibehalte, in der EU eine aktive Rolle spiele und sie dazu bewege, Protektionismus abzulehnen, fuhr er fort.