Vor DOSB-Entscheidung
Wahlsiegerin Eralp glaubt nicht an Berlins Olympia-Chancen
21.09.2026, 14:20
Die Berliner Wahlsiegerin Elif Eralp (Linke) räumt der Bewerbung der Hauptstadt um Olympische und Paralympische Spiele kaum noch Chancen ein. «Ich denke, dass sich die Entscheidung erledigt hat, weil, wir haben jetzt die Wahl auch mit diesen Aussagen zu Olympia gewonnen und insofern werden diejenigen, die das an Berlin herantragen, sich auch überlegen, ob das Sinn macht, dann so einer Bewerbung den Zuschlag zu geben. Und ich denke, das ist ziemlich eindeutig», sagte die Politikerin am Tag nach der Abgeordnetenhauswahl.
Schon am Samstag entscheidet Deutsche Olympische Sportbund über den deutschen Olympia-Bewerber. Die Linke wurde in Berlin zur stärksten Kraft gewählt und könnte künftig eine rot-rot-grüne Regierung anführen. Die Partei lehnt die Bewerbung ebenso wie der mögliche künftige Koalitionspartner von den Grünen ab. Die SPD als dritter Teil dieses möglichen Bündnisses trieb die Pläne dagegen als Teil der aktuellen Regierung mit an.
«Ich habe ganz klar gesagt, dass ich beispielsweise die 6 Millionen, die schon für die Olympiabewerbung ausgegeben wurden, für eine Steuergeld-Verschwendung halte. Und es sollen ja noch viele Millionen und Milliarden dazu kommen. Und ich sehe keinen Vorteil für Berlin», sagte Eralp.
Eralp: Gehe nicht von Zuschlag für Berlin aus
«Deswegen haben wir uns dagegen entschieden, Olympia zu unterstützen. Und das sehe ich auch heute jetzt noch so. Und ich gehe auch nicht davon aus, dass Berlin da den Zuschlag erhält, weil ja ganz klar ist, dass wir da für eine andere Politik stehen», erklärte Eralp.
Berlin kandidiert zusammen mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern neben München und der Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum für den Zuschlag als deutscher Bewerber um die Spiele 2036, 2040 oder 2044. Die Linken und Grünen in Berlin hatten die Pläne des schwarz-roten Senats immer wieder kritisiert.
Der DOSB will das Ergebnis aber nicht überbewerten. Vorstandschef Otto Fricke sagte dem «Tagesspiegel»: «Das Ergebnis ändert erst einmal nichts. Und ich war lange genug in der Politik, um zu wissen, dass es zu früh ist, um jetzt schon beurteilen zu können, wie sich die Parteien bis zum 26. September in Berlin zu dem Thema positionieren.»
Ob sich die DOSB-Delegierten aber trotz der möglichen neuen Regierung in der Hauptstadt für Berlin entscheiden werden, bleibt fraglich. München und NRW hatten bei Bürgerentscheiden deutliche Mehrheiten für die Bewerbungspläne erzielt. Berlin verzichtete auf einen Bürgerentscheid.