Spritpreise

Greenpeace protestiert mit Geldregen-Projektion an Tanklager

18.09.2026, 09:31

Im Morgengrauen wird ein Tanklager im Hafen von Hamburg mit einer Projektion aus Münzregen angestrahlt. Die Aktivisten fordern einen Stopp der «Abzocke an der Tanksäule» zugunsten der Ölkonzerne.

Um gegen die steigenden Übergewinne von Ölkonzernen zu protestieren, haben Aktivisten und Aktivistinnen von Greenpeace Geldregen auf ein Tanklager im Hamburger Hafen projiziert. Die Protestaktion fand am frühen Freitagmorgen statt, wie die Polizei bestätigte. Auf dem großen runden Tanklager war «Öl-Abzocke stoppen!» zu lesen. Darunter waren viele Euro-Münzen abgebildet.

Greenpeace wirft den Ölkonzernen vor, immer mehr Profit zu machen, während die Deutschen unter den Tankrechnungen leiden, wie ein Sprecher der Organisation mitteilte. Die Aktivisten und Aktivistinnen beziehen sich dabei auf eine Studie, wonach die Übergewinne bei Ölkonzernen seit Ausbruch des Iran-Kriegs stark gestiegen sind und im August einen neuen Rekordwert erreichten.

9-Euro-Ticket statt Tankrabatt gefordert

Die Organisation fordert als Reaktion daauf eine Neuauflage des 9-Euro-Tickets. Dabei handelt es sich um ein pauschales Bahntickets für alle Nicht-Fernverkehrszüge, das einen Monat lang gilt. Ein solches Ticket war 2022 schon einmal eingeführt worden, um die Bürger von den Preissteigerungen durch den Ukrainekrieg zu entlasten. «Statt den schon mal gescheiterten Tankrabatt neu zu verpacken oder mit dem CO2-Preis ein zentrales Steuerinstrument im Klimaschutz anzugreifen, sollte die Bundesregierung den Ölverbrauch senken und so das Problem an der Wurzel packen», verlangen die Greenpeace-Aktivisten und -Aktivistinnen in einer Pressemitteilung.

Die Partei Die Linke sieht sich in ihrer Forderung nach einer Übergewinnsteuer bestätigt. «Wie eine heute erschienene Studie von Greenpeace zeigt, sind diese seit März 2026 auf satte 5,9 Milliarden Euro angewachsen», sagte die frühere Bundesvorsitzende Janine Wissler. «Das sind 13 Euro pro Tankfüllung, die direkt bei den Ölmultis landen.» Die Tatenlosigkeit der Bundesregierung mache sie angesichts solcher Zahlen fassungslos, kommentierte Wissler.