Nato-Ostflanke
Verteidigungsminister will Soldaten zum Dienst in Litauen auch zwingen
14.09.2026, 14:03
Verteidigungsminister Boris Pistorius wird für den vollständigen Aufbau der deutschen Panzerbrigade in Litauen nun auch verpflichtende Einsätze anordnen. Mit Freiwilligen seien aktuell fast 80 Prozent der Stellen besetzt, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin mit.
Es gebe aber einige «Mangelbereiche» in der Bundeswehr. Wie in der Zivilwirtschaft fehlt es an Logistikern. Genannt werden auch Fachkräfte der Informationstechnik. In Bereichen mit Personalmangel sollen demnach auch kürzere Abkommandierungen, Rotationsmodelle und dienstliche Kurzzeitaufenthalte geprüft werden.
Bei den Verpflichtungen geht es um einige hundert Dienstposten, für die noch keine Männer und Frauen gefunden wurden. Das Ministerium nennt eine Zahl «im mittleren dreistelligen Bereich».
Seit Ende April sei ein deutlicher Anstieg der Freiwilligenmeldungen verzeichnet worden, teilte das Ministerium mit. Seit Mai haben sich demnach mehr als 2.500 Soldaten freiwillig gemeldet.
Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte dazu: «Keine drei Jahre nach der ersten Ankündigung steht heute fest, dass die Brigade Litauen wie geplant Ende 2027 ihren Einsatz an der Nato-Ostflanke aufnehmen wird. Infrastruktur, Material und Personal werden rechtzeitig bereitstehen, damit die erste voll kampfbereite Brigade der Bundeswehr im Ausland einsatzfähig ist.»