Konflikte

Moskaus Botschafter: Leipzig hätte anders ausgehen können

5.09.2026, 13:03

Der versuchte Sprengstoffanschlag am Flughafen Leipzig ging glimpflich aus. Der russische Botschafter deutet dies in einen Beweis für die Unschuld seines Landes um.

Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, weist den Vorwurf eines aus Moskau gesteuerten Anschlagsversuchs mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig/Halle zurück. «Hätten wir wirklich gewollt, in Leipzig etwas anzurichten, das könnte, wie Sie ganz bestimmt wissen, ganz anders aussehen», sagte er im Podcast «ungeskriptet» von Ben Berndt. «Aber wir haben nicht die geringste Absicht, die Bevölkerung zu provozieren oder die Regierung», sagte Netschajew.

Berlin sieht russische Geheimdienste hinter den Funden von Drohnen mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig/Halle. Folgen vor Ort gab es nicht, weil ein Sprengsatz in der Nähe eines ukrainischen Flugzeugs nicht explodierte. Als Strafmaßnahme muss Russland sein Generalkonsulat in Bonn und das Kulturinstitut Russisches Haus in Berlin schließen. Moskau verbietet als Reaktion darauf die deutschen Goethe-Institute in Russland.

«Wir wollen keinen Krieg mit der Nato, wir wollen keinen Krieg gegen Deutschland», sagte der Botschafter zum Stand der Beziehungen. Zugleich sah er sein Land in einem Konflikt mit der Nato, weil deren Mitglieder einschließlich Deutschlands die Ukraine unterstützten. Dies mache die Nato-Länder zur Kriegspartei. «Wir kämpfen gegen die Nato in der heutigen Situation», sagte Netschajew. Russland war 2022 in die Ukraine einmarschiert und versucht seitdem, das Nachbarland zu unterwerfen.