Gleichberechtigung

Anteil von Frauen in Länderparlamenten kaum gestiegen

1.09.2026, 13:42

In keinem Landesparlament in Deutschland stellen Frauen mehr als 50 Prozent der Abgeordneten. Vor allem in Bayern und Sachsen entscheiden in der Politik hauptsächlich Männer.

Der Frauenanteil in den Länderparlamenten in Deutschland hat sich im Vergleich zum Jahr 2008 kaum verändert. Zum 1. September dieses Jahres sind im Schnitt 33,4 Prozent der Abgeordneten Frauen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. 2008 waren es demnach 32,3 Prozent. Damals wurden die Ergebnisse erstmals im Gleichstellungsatlas veröffentlicht.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Frauenanteil in diesem Jahr minimal um 0,2 Prozentpunkte. «Hier wirkte sich die Wahl in Baden-Württemberg im März 2026 aus, wo im Landtag nun anteilig mehr Frauen vertreten sind als zuvor», schreiben die Statistikerinnen und Statistiker. «Dagegen ging in Rheinland-Pfalz der Frauenanteil im Landtag nach der Wahl im März 2026 leicht zurück.»

Frauenanteil in Hamburg fast doppelt so hoch wie in Bayern

In keinem Bundesland liegt der Frauenanteil im Parlament bei 50 Prozent oder mehr - obwohl in Deutschland mehr Frauen leben. Auf 1.027 Frauen kommen laut Statistik bundesweit 1.000 Männer.

In manchen Bundesländern sind Frauen aber etwas weniger unterrepräsentiert. Einem «ausgeglichenen Geschlechterverhältnis am nächsten» war den Angaben zufolge Hamburg mit einem Frauenanteil von 48,8 Prozent. In Bremen waren 42,5 Prozent der Abgeordneten Frauen, in Schleswig-Holstein und Berlin waren es 37,7 Prozent.

Besonders viele Männer sitzen in Bayern im Landtag. Hier lag der Anteil der weiblichen Abgeordneten bei nur 24,6 Prozent. In Sachsen seien 27,5 Prozent und in Sachsen-Anhalt 27,8 Prozent der Abgeordneten Frauen, hieß es. 

Auf Länderebene sind allerdings noch mehr Frauen vertreten als im Bundestag. Dort lag ihr Anteil laut Mitteilung dieses Jahr bei 32,4 Prozent - und damit 2,4 Prozentpunkte niedriger als bei der letzten Bundestagswahl.