Energiewende
Stromprojekt Suedlink: 700 Kilometer Kabel in den Süden
17.08.2026, 13:43
Eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte in Deutschland taucht unter die Elbe: Zwischen Wewelsfleth in Schleswig-Holstein und Wischhafen in Niedersachsen ist der Suedlink-Tunnel zur Unterquerung des Flusses fertig.
Die Stromautobahn soll vom Norden in Schleswig-Holstein über Niedersachsen und Thüringen bis in den Süden nach Bayern und Baden-Württemberg laufen.
Das Mega-Projekt Suedlink - von Nord nach Süd
Die rund 700 Kilometer lange Stromleitung soll die Energie von Windrädern aus Schleswig-Holstein in den Süden transportieren. Die Trasse soll komplett unterirdisch verlaufen und wird auch durch die Bundesländer Hessen und Thüringen verlegt. Im Detail handelt es sich um zwei Stromleitungen, die weitgehend parallel verlaufen sollen, sich aber an den Start- und Endpunkten verästeln.
Ende 2028 und damit sechs Jahre später als ursprünglich gedacht, sollen alle Bauabschnitte fertiggestellt sein, wie Netzbetreiber TransnetBW versichert. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, dürften 8,5 Millionen Kubikmeter Erdreich bewegt worden sein.
Was ist das Ziel der Stromtrasse?
Im Zuge der Energiewende soll mehr Strom durch Windanlagen in Norddeutschland produziert werden anstatt in konventionellen und in der Republik verteilten Kraftwerken. Zudem soll Suedlink Strom aus Photovoltaik-Anlagen in Süddeutschland in den Norden befördern oder im Zusammenspiel mit anderen Trassen Strom aus norwegischer Wasserkraft nach Deutschland bringen.
Suedlink soll darüber hinaus dabei helfen, den erwarteten steigenden Strombedarf zu bedienen. Rechnerisch soll die Verbindung zehn Millionen Einfamilienhaushalte mit Strom versorgen können. Suedlink könne bis zu vier Gigawatt Strom transportieren, teilte TransnetBW mit. Das entspreche in etwa der Leistung von vier Kernkraftwerken. Voraussetzung dafür ist eine volle Auslastung der Stromtrasse.