Register für Glücksspieler
Schutz vor Sucht - 390.000 Sperren im Spielersperrsystem
12.08.2026, 14:15
Im bundesweit zentralen Spielersperrsystem für Glücksspiele sind derzeit knapp 390.000 Sperren eingetragen. Im ersten Halbjahr habe es rund 600.000 Statusabfragen über Spieler gegeben, teilte das bundesweit zuständige Regierungspräsidium in Darmstadt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Bei den Sperren können auch mehrere auf eine Person eingetragen sein.
Spieler können sich selbst sperren
Das Spielersperrsystem dient einem Schutz von Spielerinnen und Spieler sowie der Bekämpfung der Glücksspielsucht. Spieler können sich selbst eintragen lassen oder von Fremden gesperrt werden. Beim Betreten einer Spielhalle, Spielbank oder eines Wettanbieters wird die Identität abgeglichen. Ist ein Mensch gesperrt, muss ihm der Zutritt verwehrt werden. Das zentrale spielformübergreifende System gibt es seit Juli 2021.
Neben den Statusabfragen über die Spieler gab es dem Regierungspräsidium zufolge auch rund 2,4 Millionen sogenannter Boni- und Rabattanfragen. Diese müssten Glücksspielanbieter machen. «Hintergrund ist auch hier der Spielerschutz, also dass Veranstalter nicht auf Spieler in der Art einwirken, dass diese wegen der Aussicht auf Vorteile wie Boni oder Rabatte ihre Spielersperre aufheben.»
Immenser Umsatz durch Glücksspiel
«Hochgerechnet gut 1,3 Millionen Menschen erfüllen die Diagnosekriterien einer glücksspielbezogenen Störung, weitere 3,1 Millionen Menschen weisen Anzeichen für ein problematisches Glücksspielverhalten auf», heißt es auf der Homepage des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen. Die Umsätze auf dem legalen Glücksspielmarkt haben sich nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchfragen von 2010 bis 2014 auf gut 69 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.