Wissenschaft

Wie in den Tropen: Weshalb Schwüle so unangenehm ist

4.08.2026, 09:43

Dampfig und drückend fühlt sich das Wetter gerade oft an. Der Schweiß auf der Haut will dann gar nicht mehr verschwinden. Warum ist das so?

Derzeit leiden besonders viele Menschen unter dem Wetter. Denn es ist häufig nicht nur heiß, sondern auch schwül. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt für Dienstag und Mittwoch ein teils sehr starkes «Schwüleempfinden» voraus, also die höchste Stufe. 

Um dieses Empfinden zu berechnen, schaut sich der DWD an, wie hoch die sogenannte Enthalpie ist, also das Verdunstungspotenzial an der Körperoberfläche. Es geht darum, wie gut der Schweiß verdunsten, also vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergehen kann. Denn beim Verdunsten auf der Haut wird dem Körper Energie entzogen – und so gekühlt.

Ist nun, wie gerade häufig der Fall, sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit relativ hoch, dann möchte der Körper Wärme abgeben und produziert deswegen Schweiß – aber der Schweiß verdunstet nicht schnell genug. Funktioniert die körpereigene Kühlung schlecht, führt das laut DWD zu einem Wärmestau, der im Extremfall in einem lebensbedrohlichen Hitzschlag enden kann. 

Wer viel herumreist, kennt den Effekt auch aus anderen Ländern. Ist es an einem Ort, wie etwa in der Wüste, extrem trocken, fühlen sich 30 Grad möglicherweise gar nicht so schlimm an. Menschen schwitzen dann auch weniger. In den Tropen hingegen können 30 Grad sehr belastend sein. Der ganze Körper ist dann permanent von einer Schweißschicht bedeckt, die kaum verdunsten kann.

Eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgt im Übrigen auch für gute Bedingungen für Gewitter, die an solchen Tagen häufig zu beobachten sind. Tatsächlich sagt der DWD derzeit teils heftige Gewitter mit Unwettergefahr vorher.