Quantencomputing
Hochschule Karlsruhe braucht Diamanten für neuen Studiengang
2.08.2026, 09:37
Für einen neuen und im deutschsprachigen Raum einzigartigen Bachelorstudiengang Quantencomputing braucht die Hochschule Karlsruhe vor allem eines: einen Quantencomputer. Der soll laut Studiendekan Philipp Nenninger unter anderem aus einem Diamanten bestehen, der mit Stickstoff beschossen wird. Die Hochschule rechnet mit Anschaffungskosten von insgesamt einer Million Euro - und sucht Spenderinnen und Spender.
Spendabler Ex-Absolvent
Rund 175.000 Euro sind seit dem Start einer Kampagne im März zusammengekommen, wie Studiengangsleiter Nenninger jüngst der Deutschen Presse-Agentur sagte. Wenn die Hochschule 200.000 Euro einsammle, wolle ein früherer Absolvent der Elektrotechnik die Summe auf eine halbe Million aufstocken. Die restlichen Mittel kämen dann aus anderen Quellen zusammen.
Rektorin Rose Marie Beck hatte beim Startschuss der Initiative gesagt: «Wir stehen an der Schwelle vom Bit zum Qubit - es braucht Pioniergeist, Zukunftsmut und unbändige Neugier auf das, was kommen wird.» Mit dem Studiengang sollten Studierende «an der Hardware von morgen lernen».
Kein Klunker
Der dafür benötigte Diamant ist übrigens kein horrend teurer Brillant, sondern künstlich hergestellt und kostet an sich nur wenige Tausend Euro. Wichtig ist laut Nenniger, dass er dünn und glatt ist. «Das erleichtert das Finden der Stickstoffatome.» So etwas gibt es jedoch nicht von der Stange: «Quantencomputer sind aktuell noch Einzelstücke, die von promovierten Physikern zusammengeschraubt werden.»
Der neue Studiengang Quantencomputing startet im Wintersemester 2026/27, der Quantencomputer wird aber erst später gebraucht. Das Angebot soll Studierende recht praxisnah an die Schlüsseltechnologie heranführen, wie Nenninger erklärte. Quantencomputer arbeiten anders als herkömmliche Rechner und können manche Probleme schneller und effizienter lösen.