Iran-Konflikt

Hormus-Hängepartie: Berlin erwägt Abzug deutscher Schiffe

1.07.2026, 15:14

Eine Mission zur Sicherung der Straße von Hormus ist nicht in Sicht. Der deutsche Verteidigungsminister verliert nun die Geduld. Er will deutsche Soldaten nicht im heißen Dschibuti schmoren lassen.

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius will die beiden Schiffe der Bundeswehr, die für einen möglichen Militäreinsatz in der Straße von Hormus ins afrikanische Dschibuti verlegt wurden, möglicherweise im Sommer wieder nach Hause holen.

«Sie werden nicht unendlich warten», sagte er auf einer Pressekonferenz mit dem deutschen Kanzler Friedrich Merz und Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Berlin. Er wies darauf hin, dass derzeit nicht absehbar sei, dass die Bedingungen für einen Militäreinsatz zur Sicherung des wichtigen Handelswegs bald erfüllt würden.

Die deutsche Regierung hatte bereits vor Wochen das Minenjagdboot «Fulda» und das Versorgungsschiff «Mosel» in die Region geschickt, um dort für einen Einsatz zur Räumung von Minen bereitzustehen. Zu den Voraussetzungen zählen aber eine Vereinbarung über ein dauerhaftes Ende der Kampfhandlungen, die Zustimmung der direkten Anrainer Iran und Oman sowie rechtliche Grundlagen, darunter die Zustimmung des deutschen Parlaments.

Einsatz «überhaupt nicht in Sicht»

«Im Augenblick gibt es kein Szenario, das ich sehe, in den nächsten Tagen oder Wochen, dass der Korken schnell aus der Flasche kommt und wir in die Straße von Hormus einfahren können sollten, um Minen zu räumen», sagte Pistorius. Der Iran habe am Dienstag Frankreich eine klare Absage für eine solche Mission erteilt. «Von daher ist das überhaupt nicht in Sicht.»

40 Grad in Deutschland statt 50 in Dschibuti

Das führe «logischerweise dazu, dass wir unsere beiden Schiffe nicht bis in den Herbst dort liegen lassen werden, in der Erwartung, dass irgendwann mal was passiert», betonte Pistorius. «Wir werden dann im Sommer rechtzeitig die Entscheidung treffen, dass im Zweifel unsere Soldaten ihren Sommer bei 40 Grad in Berlin statt bei knapp 50 in Dschibuti verbringen.»