Internationale Zusammenarbeit

Nord-Süd-Kommission soll Beziehung zu globalem Süden stärken

24.06.2026, 15:15

Angesichts weltweiter Herausforderungen will die Bundesregierung die Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern ausbauen. Ein Ex-Kanzler und eine Ex-Präsidentin sollen dabei helfen.

Die Bundesregierung will die Beziehungen zu den Entwicklungs- und Schwellenländern im sogenannten globalen Süden ankurbeln. Den Vorsitz einer vom Kabinett in Berlin dafür eingesetzten «Nord-Süd-Kommission» übernehmen Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz und die frühere Präsidentin Costa Ricas, Laura Chinchilla, wie das Entwicklungsministerium mitteilte. Die Kommission soll Empfehlungen für eine Entwicklungs-Zusammenarbeit in einer multipolaren Welt erarbeiten und helfen, ein globales Netzwerk auszubauen. 

Die Kommission soll unabhängig arbeiten und aus 20 Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Gewerkschaften, der Gesellschaft sowie internationalen Organisationen aus dem globalen Norden wie Süden bestehen. Das Gremium soll seine Arbeit bei einer Nachhaltigkeitskonferenz in Hamburg am 30. Juni starten. Mit dem Begriff «Globaler Süden» sind oft Länder in Lateinamerika, Afrika, im Nahen und Mittleren Osten oder in Asien wie Brasilien, Südafrika, Indien oder Indonesien gemeint.

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan sagte, gerade in Zeiten globaler Herausforderungen und einer Weltordnung im Umbruch sei es wichtig, Ideen für die Stärkung der internationalen Kooperation zu entwickeln. Es gehe nicht um Detailarbeit, sondern um die großen Themen und Fragen der Zeit wie Ungleichheit und Armut, Klima und Energie, Finanzierung und Schulden oder Krisenprävention und Frieden. 

Wadephul: Partnerschaften Schlüssel für Wohlstand in Europa

Nach den Worten von Außenminister Johann Wadephul liegt es im Interesse Deutschlands, «global anspielbar» zu sein, um global mitgestalten zu können. Globale Partnerschaften seien ein Schlüssel für Freiheit, Sicherheit und Wohlstand für Deutschland und Europa. Diese strategisch auszubauen und zum Wohle Deutschlands zu nutzen, sei eine Top-Priorität der Außenpolitik.