Wohnen
Miete belastet viele sehr
22.06.2026, 14:37
Die Miete bleibt für viele Haushalte in Deutschland eine erhebliche Belastung. Gut jeder zweite befragte Mieter (52 Prozent) sprach in einer repräsentativen Allensbach-Umfrage von einer großen oder sehr großen Belastung. Die Folge: Die Menschen bleiben immer länger in ihren Wohnungen, inzwischen im Durchschnitt 18 Jahre. «Offenbar lässt die Furcht vor teureren neuen Mietverträgen viele Mieter an ihren alten Wohnungen mit vergleichsweise günstigeren Mieten festhalten», heißt es in der Untersuchung, die der Immobilienkonzern Heimstaden in Auftrag gegeben hatte.
2016 lebten demnach noch 40 Prozent der Mieter weniger als fünf Jahre in ihrer Wohnung, heute sind es nur noch 26 Prozent. 24 Prozent leben sogar seit 20 oder mehr Jahren in derselben Wohnung, 6 Prozentpunkte mehr als noch 2019.
Umziehen ist teuer
Das führt dazu, dass die Mieten der Befragten in den vergangen zehn Jahren langsamer gestiegen sind als die Verbraucherpreise insgesamt. Die Warmmieten im Bestand legten demnach um 20 Prozent zu auf 807 Euro, während die Verbraucherpreise um 28 Prozent stiegen.
Der Anstieg der Neuvertragsmieten lag nach Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung indes vielerorts deutlich darüber. In Hamburg und München etwa wurde es seit 2016 um knapp die Hälfte teurer, in Berlin um zwei Drittel.
Zufrieden mit der eigenen Wohnung
Mit ihrer Wohnsituation sind nach der Allensbach-Umfrage knapp 83 Prozent der Mieter zufrieden, zum Teil sogar sehr zufrieden. Die Lage des Hauses, der Grundriss der Wohnung und die Warmwasserversorgung erzielten die höchsten Zufriedenheitswerte. Häufig genannte Kritikpunkte betreffen die Parkplatzsituation, den Energieverbrauch sowie die Höhe der Miete.
Rund jeder vierte Mieter (24 Prozent) hält die Forderung für sinnvoll, große Immobilienunternehmen zu enteignen. Etwa jeder dritte (34 Prozent) hält das jedoch nicht für sinnvoll. Über mögliche Enteignungen wird seit Jahren vor allem in Berlin diskutiert.
Das Institut für Demoskopie Allensbach führte vom 23. März bis 9. April 1.057 Interviews von Angesicht zu Angesicht. Die gewichteten Ergebnisse sind repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ab 16 Jahren, bei einer statistisch bedingten Unschärfe von etwa drei Prozentpunkten.