Extremismus
Antisemitismus: Bundesverband Rias erfasst 8.725 Vorfälle
17.06.2026, 10:00
Die Meldestellen des Bundesverbands Rias haben im vergangenen Jahr 8.725 antisemitische Vorfälle erfasst. Das waren in etwa so viele wie 2024, aber mehr als dreimal so viele wie im Jahr vor dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023. Wie schon 2024 ordnet Rias mehr als zwei Drittel der Vorfälle (68 Prozent oder 5.916 Fälle) «israelbezogenem Antisemitismus» zu. Die Zahl der Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund wuchs laut Rias deutlich von 562 auf 807, ein Anteil von neun Prozent.
Das Ausmaß antisemitischer Vorfälle bleibe sehr groß und eine Trendwende sei nicht in Sicht, schreibt Rias in seinem Jahresbericht. «Für Jüdinnen und Juden in Deutschland blieb Antisemitismus damit auch 2025 ein alltagsprägendes Phänomen.»
Rias steht für Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus. Die Stellen in zwölf Bundesländern dokumentieren und prüfen Fälle, die Betroffene oder Zeugen melden. Es sind also nicht nur strafbare Taten wie Angriffe, Bedrohungen oder Beleidigungen, sondern auch verletzende oder einschüchternde Äußerungen und Vorfälle im Alltag und im Internet.
Insgesamt vier Fälle «extremer Gewalt» wurden laut Rias bekannt - im Vergleich zu acht Fällen im Jahr davor. Darunter war 2025 zum Beispiel der Messerangriff eines inzwischen verurteilten Islamisten auf einen Touristen am Holocaust-Mahnmal in Berlin, wo der Täter Juden vermutete. Rias dokumentierte zudem 178 andere Angriffe (im Vergleich zu 187 im Jahr davor), 257 Bedrohungen (302) und 413 gezielte Sachbeschädigungen (447).
In all diesen Kategorien zeigt die Rias-Statistik also einen Rückgang im Vergleich zu 2024. Fast 180 Fälle mehr entfielen hingegen auf die Kategorie «verletzendes Verhalten» - 2025 waren es 7.770 nach 7.593 im Jahr davor. Zum Vergleich: Für 2022 meldete Rias noch 2.007 solcher Vorfälle.