Klima

Deutsche Regierung erfreut über Fortschritte bei UN-Klimakonferenz

12.06.2026, 14:56

Die türkische Regierung, die die nächste Weltklimakonferenz ausrichtet, hat bei Zwischenverhandlungen in Bonn ein ehrgeiziges Elektrifizierungsziel ausgegeben. Deutschland unterstützt die Initiative.

Die Bundesregierung hat eine positive Zwischenbilanz der noch bis Donnerstag dauernden UN-Klimakonferenz im westdeutschen Bonn gezogen. Dort hatte der türkische Umweltminister Murat Kurum als Präsident der nächsten Weltklimakonferenz COP31 in Antalya vorgeschlagen, den globalen Anteil von Strom am Endenergieverbrauch bis 2035 von derzeit 20 auf 35 Prozent zu steigern. Bis zur Weltklimakonferenz im November soll nun eine Koalition aus Staaten, Unternehmen und weiteren Akteuren gebildet werden, um die Umsetzung dieses Elektrifizierungsziels voranzutreiben. 

«Die künftige COP31-Präsidentschaft zeigt, dass sie die Umsetzung des Pariser Abkommens mit Nachdruck voranbringen will», sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth der Deutschen Presse-Agentur in Bonn. Die Elektrifizierung von Verkehr, Gebäuden und Industrie sei das Rückgrat einer erfolgreichen Energiewende. «Deshalb begrüße ich, dass die Türkei dieses Thema zu einer Priorität der COP31 macht.» 

«Weltweit weiter große Entschlossenheit»

Dieser starke Fokus bei den jährlichen Zwischenverhandlungen in Bonn sei neu und zeige, dass es weltweit nach wie vor eine große Entschlossenheit gebe, die Erderwärmung wirklich einzudämmen, sagte Flasbarth weiter. «Das vorgeschlagene Ziel, den weltweiten Stromanteil am Endenergieverbrauch bis 2035 deutlich zu erhöhen, setzt ein starkes Signal: für Investitionen in Netze, erneuerbare Energien und moderne Infrastruktur. Es schafft weltweit Orientierung und damit Planbarkeit für Unternehmen, Investoren und Staaten und kann die Energiewende weiter beschleunigen.»

Auch die Umweltschutzorganisation WWF begrüßte das neue Elektrifizierungsziel. «Damit es jedoch zur Umsetzung des Pariser Abkommens beiträgt, muss es den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen deutlich beschleunigen», betonte der WWF. «Mehr Strom allein ist keine Lösung, wenn dieser weiterhin mit Kohle, Öl und Gas erzeugt wird. Entwicklungsländer benötigen zudem finanzielle und technologische Unterstützung, um diesen Übergang fair und effektiv zu gestalten.»

Brasilien macht sich für Schutz der Wälder stark

Flasbarth hob auch hervor, dass die noch amtierende brasilianische COP30-Präsidentschaft mit ihrer Roadmap zum Entwaldungsstopp eine wichtige Führungsrolle übernommen habe. «Die Initiative setzt ein klares Signal, dass Wälder als wirksame Klimaschützer, als wichtiger Lebensraum und als Grundlage wirtschaftlicher Entwicklung stärker in den Mittelpunkt der internationalen Klimapolitik rücken müssen», sagte Flasbarth. 

Deutschland unterstütze das Ziel, Entwaldung und Waldschädigung bis 2030 zu stoppen und umzukehren. «Auch in Deutschland arbeiten wir daran, unsere Wälder widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, wie dringend Investitionen in Klimaresilienz und eine klimaangepasste Waldbewirtschaftung geworden sind.»

An der zehntägigen Bonner Klimakonferenz nehmen 6.500 Delegierte aus Regierungen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft fast aller UN-Mitgliedstaaten teil. Hauptaufgabe ist die Vorbereitung der nächsten Weltklimakonferenz.