Tag des Peacekeeping

Bundesregierung ehrt deutsche Friedenssicherer

11.06.2026, 13:59

In Krisengebieten weltweit sind deutsche Experten, Polizisten und Soldaten in Friedensmissionen im Einsatz. Sie würden der deutschen Außenpolitik ein Gesicht verleihen, sagt der Außenminister.

Außenminister Johann Wadephul hat den Einsatz von deutschen zivilen Experten, Polizisten und Soldaten bei internationalen Friedenseinsätzen gewürdigt. Als Friedenssicherer würden sie dem außenpolitischen Handeln Deutschlands ein Gesicht verleihen und es greifbar machen, sagte der CDU-Politiker beim «Tag des Peacekeeping» im Auswärtigen Amt in Berlin. 

Gemeinsam mit Vertretern aus dem Innen- und dem Verteidigungsministerium zeichnete Wadephul Friedenssicherer stellvertretend für ihre Verdienste im Rahmen von internationalen Auslandseinsätzen aus. Die Peacekeeper würden ihre Expertise oft unter widrigsten Umständen und teils unter Einsatz ihres Lebens einbringen. Mit dem Themenschwerpunkt «Frieden und Sicherheit in Europa» sollte die besondere Verantwortung Europas im internationalen Krisenmanagement und die Beiträge der Einsätze für die europäische Sicherheit hervorgehoben werden. 

Wadephul zeichnete beispielsweise eine Peacekeeperin aus, die sich im Kosovo als Expertin für Außen- und Sicherheitspolitik mit dem Umgang mit Desinformation durch Russland sowie der Stärkung der gesellschaftlichen Widerstandsfähigkeit beschäftigt. Ausgezeichnet wurden auch der Verantwortliche für das Sicherheitsmanagement des Grenzübergangs Rafah zwischen dem südlichen Gazastreifen und Ägypten sowie ein deutscher Mitarbeiter der EU-Beratungungsmission EUAM in der Ukraine, der sich mit der Verfolgung von Verbrechen im Zuge des russischen Angriffskriegs befasst. 

Rund 2.100 deutsche Frauen und Männer bei Friedenseinsätzen

Deutschland beteiligt sich aktuell mit knapp 2.100 Personen an internationalen Friedenseinsätzen, darunter rund 270 Frauen. Deutsche Polizeibeamte des Bundes nehmen seit 1989 an friedenssichernden und - erhaltenden Einsätzen in verschiedenen Krisengebieten der Welt teil. Auch Bundeswehrsoldaten beteiligen sich an internationalen Friedenseinsätzen. Diese finden grundsätzlich im Rahmen multilateraler Bündnisse und Organisationen wie den Vereinten Nationen, der Nato oder der Europäischen Union statt. 

Auch nach dem Scheitern der deutschen Kandidatur für einen nicht ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) in der vergangenen Woche werde Deutschland auch weiterhin sein politisches Gewicht einsetzen, um einen «Beitrag zu leisten, um Krisen zu bewältigen, Konflikte zu lösen und Kriege zu beenden», versicherte Wadephul. Dabei sei tatkräftiges Handeln gefordert. In diesem Zusammenhang stünden die deutschen Peacekeeper in ganz unterschiedlichen Missionen und Einsätzen für Frieden und Sicherheit ein.