Fußball-WM

Los geht's: DFB-Tross hebt mit Neuer-Signal in die USA ab

1.06.2026, 14:06

Der Vier-Tore-Schub gegen Finnland stimmt nicht nur die Fans froh, sondern auch den Bundestrainer. Nach der Mainzer Undav-und-Karl-Show gibt es beim Abschiedsevent am DFB-Campus ein wichtiges Zeichen.

Nach dem umjubelten Vier-Tore-Schub beim vorletzten WM-Probelauf gegen Finnland sendete auch Manuel Neuer noch ein wichtiges Signal vor dem Abflug der Fußball-Nationalmannschaft in die USA. Deutschlands Rekordtorwart, der beim 4:0 in Mainz noch Zuschauer gewesen war, absolvierte tags darauf beim Abschiedsevent auf dem DFB-Campus in Frankfurt vor den Augen von rund 800 Fans und Verbandsmitarbeitern intensive Läufe und sogar spezifische Torwartübungen. 

Die linke Problem-Wade scheint wieder belastbar - das WM-Abenteuer kann damit also auch für den prominenten Nationalelf-Rückkehrer beginnen. Der Lufthansa-Flieger steht bereit, am Dienstag hebt der DFB-Tross zur Mittagszeit zum finalen Feinschliff über den großen Teich nach Chicago ab. Dort findet am Samstag die Turnier-Generalprobe gegen die USA statt. 

In sieben Wochen wollen Bundestrainer Julian Nagelsmann und der 26-Mann-Kader um Senior Neuer (40) und Junior Lennart Karl (18) dann im Idealfall als fünfmaliger Fußball-Weltmeister wieder in Deutschland landen.

Nagelsmanns WM-Marschroute: «Step by step»

Auch wenn Nagelsmann vorerst nur in kleineren Etappen denken will und das Traumziel nicht mehr öffentlich herausposaunt. «Wir wollen tatsächlich step by step gehen, nicht irgendwie vom großen Ganzen reden - intern vor allem», sagte der 38-Jährige nach dem gelungenen Test in Mainz. 

Die Finnen waren eher ein willkommener Sparringspartner als ein ernsthafter WM-Prüfstein. Und trotzdem verließ Nagelsmann das Mainzer Stadion in der Nacht mit der Gewissheit, dass die Offensivpower auch für einen Topstart gegen WM-Neuling Curaçao am 14. Juni in Houston ausreichen sollte. «So können wir weitermachen», sagte Nagelsmann happy. Er war mit dem vorletzten Test «über weite Strecken sehr zufrieden».

Havertz aufbauen: «Das kriegen wir hin»

«Große Baustellen» sieht der Bundestrainer im Vorbereitungsendspurt nicht. Neuer ist im Plan. Und in Chicago wird auch Kai Havertz zum Team stoßen. Der 26-Jährige müsse nach dem verpassten Champions-League-Titel mit dem FC Arsenal sicherlich «ein bisschen aufgebaut» werden, bemerkte Nagelsmann. Aber: «Das kriegen wir hin», versicherte der Bundestrainer. 

Seine WM-Elf inklusive Neuer und Havertz steht größtenteils. Und die aktuelle Siegesserie seit dem Fehlstart in die WM-Saison beim 0:2 gegen die Slowakei vor neun Monaten sorgt für ein gutes Gefühl. «Wir haben acht Spiele nacheinander gewonnen, das ist kein so schlechter Wert», betonte der Bundestrainer.

Starke Offensive mit Undav, «Wusiala» und Youngster Karl

Ein wenig mutet es wie vor der WM 2010 in Südafrika an, als nach dem Schock des Ausfalls von Kapitän Michael Ballack plötzlich eine junge, unerfahrene Elf um Senkrechtstarter Thomas Müller, Sami Khedira oder Turnier-Neuling Neuer im Tor die Fußball-Welt verblüffte und die deutschen Fans lange träumen ließ.

«Wir haben so viele gute Fußballer. Wir haben immer Bock, manchmal sogar zu viel Lust», äußerte Nagelsmann über seine Zocker-Gruppe um Wirtz, Musiala und den unbekümmerten Teenager Karl: «Wir haben die Stärke, immer Tore zu machen.» Dazu schießt sich Sonnyboy Undav mit seiner Quote von nun sechs Toren in acht Länderspielen in den Fokus.

Auf die Frage, wann die WM ein Erfolg wäre, haute der 29-Jährige, der seinen Millionen-Vertrag in Stuttgart noch vor der Abreise nach Amerika bis 2029 verlängerte, eine klare Antwort raus: «Wenn wir das Ding gewinnen!» Das Ding ist natürlich der WM-Pokal.