Nahost
Mehrere abgeschobene deutsche Gaza-Aktivisten sind verletzt
22.05.2026, 14:13
Mehrere der von Israel in die Türkei abgeschobenen Gaza-Aktivisten aus Deutschland sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes verletzt. Dies hätten Diplomaten erst nach der Landung der Männer und Frauen am Donnerstagabend in Istanbul in Erfahrung gebracht, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin.
Er bekräftigte zudem Kritik der Bundesregierung an einer «erniedrigenden Behandlung» der Festgenommenen in Israel. «Das ist aus unserer Sicht einfach ein unsägliches Verhalten», sagte der Sprecher.
Israel hatte die aus mehr als 50 Booten bestehende Gaza-Hilfsflotte Anfang der Woche in internationalen Gewässern bei Zypern gestoppt. Rund 430 Aktivisten wollten die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen. Das israelische Außenministerium sprach von einer «PR-Aktion im Dienste der Hamas».
Aufklärung erwartet
Für das Auswärtige Amt habe eine menschenwürdige Behandlung der eigenen Staatsangehörigen «absolute Priorität», sagte der Sprecher. «Und dazu gehört vor allem die körperliche Unversehrtheit. Und in diesem Zusammenhang erwarten wir natürlich auch Aufklärung, denn die Vorwürfe, die da zum Teil im Raum stehen, sind gravierend.»
Ein Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir, das die Gaza-Aktivisten nach ihrer Festnahme in demütigender Weise zeigte, hatte zuvor international Empörung ausgelöst. Zu sehen ist, wie der Minister mit einer Gruppe Anhängern und zwischen gefesselten Aktivisten umhergeht und eine israelische Flagge schwenkt. Offensichtlich werden die Teilnehmer der Gaza-Flotte in der israelischen Hafenstadt Aschdod auch verhöhnt.