Flüchtlinge
Etwa 35.000 Menschen an Grenzen seit Mai 2025 zurückgewiesen
11.05.2026, 14:32
Etwa 35.000 Menschen sind seit Mai 2025 unmittelbar an der Grenze oder bei illegalen Grenzübertritten zurückgewiesen worden. Das geht aus Zahlen des Bundesinnenministeriums hervor, über die die «Bild»-Zeitung zuerst berichtete.
Vor einem Jahr hatte Innenminister Alexander Dobrindt die Grenzkontrollen intensiviert, die von seiner Amtsvorgängerin Nancy Faeser bereits auf alle deutschen Landesgrenzen ausgeweitet worden waren. Dobrindt wies die Bundespolizei an, Asylbewerber zurückzuweisen - mit Ausnahme von Kranken, Schwangeren und anderen Menschen, die besonderer Hilfe bedürfen. Zuvor waren lediglich Menschen ohne Asylgesuch sowie Ausländer mit Wiedereinreisesperre zurückgewiesen worden.
Seit dem 8. Mai 2025 hat die Bundespolizei 47.659 unerlaubte Einreisen festgestellt, wie das Innenministerium mitteilte. 294 Personen aus vulnerablen Gruppen haben demnach ein Asylgesuch geäußert. 1.415 Schleuser und 8.842 Menschen mit offenen Haftbefehlen seien festgenommen worden. Zudem hätten Bundespolizisten 1.581 Personen aus dem extremistischen Spektrum festgestellt.
Dobrindt verteidigte Grenzkontrollen wiederholt gegen Kritik
In der Vergangenheit hatte Dobrindt die Kontrollen wiederholt gegen Kritik verteidigt: Sie seien ein Signal für eine veränderte Migrationspolitik und hätten kriminellen Schleuserbanden einen erheblichen Schlag versetzt.
Die Zahl der Asylanträge war im April im Vergleich zum Vorjahresmonat erstmals zurückgegangen. Die Entwicklung entspricht einem europaweiten Trend. Langfristig setzt Dobrindt darauf, dass Reformen im europäischen Migrationssystem funktionieren, um wieder aus Grenzkontrollen auszusteigen. Das reformierte Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) gilt ab 12. Juni. Eigentlich sind Grenzkontrollen nicht vorgesehen im Schengen-Raum, der die meisten EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz umfasst.