Sportpolitik

Klares Ja für Olympia-Bewerbung bei Bürgerentscheiden in NRW

20.04.2026, 09:24

Die Pläne für eine deutsche Olympia-Bewerbung erhalten einen weiteren Schub. In Nordrhein-Westfalen stimmt eine deutliche Mehrheit für das Projekt «KölnRheinRuhr».

Jana Glose, Petra Albers, Celine Frohnapfel und Christian Hollmann, dpa

Die Olympia-Macher in Nordrhein-Westfalen haben bei den Bürgerentscheiden über eine Bewerbung für Sommerspiele eine klare Mehrheit erzielt. In 16 der 17 Städte stimmten laut Ministerpräsident Hendrik Wüst rund zwei Drittel für eine Kandidatur der Region «KölnRheinRuhr» für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Insgesamt beteiligten sich rund 1,4 Millionen Menschen an der Abstimmung, das ist rund ein Drittel der Teilnahmeberechtigten. Nur in Herten wurde das erforderliche Quorum verfehlt.

«Ich bin begeistert von diesen Ergebnissen», sagte Wüst schon vor dem Ende der Auszählung, die in Köln noch bis in die Nacht andauerte. NRW hat damit als zweiter nationaler Bewerber nach München die Rückendeckung der Bürger erhalten. Hamburg stimmt Ende Mai ab, Berlin verzichtet auf einen solchen Entscheid. 

Ebenfalls am Sonntag verkündete Kiel, dass 63,5 Prozent der Stimmberechtigten bei einem Bürgerentscheid für die Pläne der Stadt als Segelstandort einer möglichen deutschen Bewerbung votierten. «Das ist für den Sport und für dieses Land insgesamt gut. Das ist genau diese Bewegung, die wir brauchen», sagte Otto Fricke, Vorstandschef des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), dem WDR zum Ja aus NRW und Kiel.

Kölns Oberbürgermeister: Nun Kritiker überzeugen

Kritik kam vom Bündnis «NOlympia Köln»: «Die Leute in den meisten Städten wurden durch die emotionale Kampagne nicht erreicht, insbesondere, wenn man bedenkt, wie viel Geld die Städte, das Land und private Unternehmen dafür ausgegeben haben», hieß es in einem Statement. Zudem halten die Olympia-Gegner die von Ministerpräsident Wüst veranschlagten Organisationskosten von 4,8 Milliarden Euro für deutlich zu niedrig.

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester betonte: «Dieser Entscheid hat gezeigt, wie viel Kraft in einer Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele steckt. Der Trend zeigt deutlich eine Mehrheit für diese Spiele.» Es gelte nun auch die Kritiker zu überzeugen, um die Bewerbung gemeinsam mit einer möglichst breiten Mehrheit zu unterstützen.