Film
Schauspieler Mario Adorf ist tot
9.04.2026, 13:52
Der Schauspieler Mario Adorf ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 95 Jahren in seiner Wohnung in Paris, wie sein Management und die Filmagentur Reinholz der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. Er sei nach kurzer Krankheit eingeschlafen, hieß es in einer Mitteilung.
Seinem langjährigen Manager Michael Stark habe Adorf mit auf den Weg gegeben, dass er sich bei seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue bedanke. Adorf gehörte zu den großen deutschen Film- und Fernsehstars der Nachkriegsgeschichte - zu sehen etwa in «Der Tod trägt schwarzes Leder» (1974), «Die verlorene Ehre der Katharina Blum» (1975), «Die Blechtrommel» (1979) «Lola» (1981) und «Der Schattenmann» (1996).
Medien- und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sprach davon, dass die deutsche Film- und Fernsehlandschaft einen Schauspieler von Weltruf verliere. «Ob auf der Bühne oder Leinwand, ob als Sänger oder Autor - Mario Adorf war in vielen Bereichen der Kunst zuhause», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Er verkörperte seine Figuren mit außergewöhnlicher Authentizität, eindrucksvoller Präsenz und unverwechselbarem Können. Der deutsche Film ist ohne ihn schwer vorstellbar.»
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner bezeichnete Adorf in einer Mitteilung als einen «der bedeutendsten Schauspieler unseres Landes, dessen künstlerisches Wirken Generationen geprägt hat». Mit seiner unverwechselbaren Präsenz und Vielseitigkeit habe er das deutsche und europäische Kino nachhaltig bereichert.
Enorme Bandbreite an Rollen
Unzählige Rollen spielte Adorf in seiner langen Karriere. Eine Schauspielkarriere zeichnete sich in seiner Jugend im Eifelstädtchen Mayen in Rheinland-Pfalz allerdings erst mal nicht ab. Während andere am Schultheater spielten, gab Adorf den Klassenclown. Nach dem Abitur zog es Adorf dann doch zur Schauspielerei. Er studierte an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Danach ging er ans Theater und zum Film.
Es war der Start einer großen Karriere mit einer enormen Bandbreite an Rollen und vielen Auszeichnungen. Regisseure wie Billy Wilder, Rainer Werner Fassbinder, Margarethe von Trotta, Volker Schlöndorff, Helmut Dietl oder Dieter Wedel wollten den Darsteller, der Bösewichte ebenso eindrücklich spielen konnte wie Patriarchen, eitle Gecken oder Feingeister.
Im September hatte Adorf seinen 95. Geburtstag gefeiert. Immer mit dabei: seine Frau Monique Faye, mit der er viel Zeit in ihrer Heimat in Südfrankreich verbrachte. Wunderschöne Erinnerungen hatte der Schauspieler zudem an Italien, die Heimat seines Vaters. Adorf lebte dort viele Jahre und drehte Filme. «Dass ich dieses Dolce Vita mitmachen konnte, das habe ich sehr genossen», sagte er mal.