Entwicklung

Manndeckung: Lahm sorgt sich um deutschen Fußball

7.04.2026, 08:43

Philipp Lahm befürchtet, dass es Deutschland fußballerisch ähnlich ergehen könnte wie Italien. Ein Land sieht der Weltmeister von 2014 in der Vorreiterrolle.

Der frühere Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm sorgt sich um den deutschen Fußball. Der 42-Jährige hat zuletzt eine zunehmende Rückkehr zur Manndeckung beobachtet. Das gefällt ihm nicht. «Ich wundere mich, dass jetzt viele Verteidiger in der Bundesliga wieder ihrem Gegner bis aufs Klo folgen», heißt es in einer Kolumne des Weltmeisters von 2014 bei der «Zeit» und im englischen «Guardian». «Der FC Bayern macht das auch, Vincent Kompany setzt teilweise auf Manndeckung.»

Aus Lahms Sicht könne Manndeckung, wie sie zuletzt unter anderem von Atalanta Bergamo aus Italien praktiziert worden sei, «nur ein kurzfristiges Mittel sein, wenn man den Gegner überraschen und unter Stress setzen will, so wie im Handball kurz vor Schluss. Es ist aber kein Konzept für das ganze Spiel. Ein Fußballfeld ist dafür zu groß.»

Lahm stellt fest: «Italien ist abgehängt. Wenn Deutschland den neuesten Sonderweg geht, könnte uns das auch passieren.»

Vorbild Spanien

Überzeugt ist der Verteidiger dagegen von einem taktischen Ansatz, den er als «spanische Schule» bezeichnet und so beschreibt: «Ballorientiertes Verteidigen, klar definierte Positionen und Profile, organisierter Kombinationsfußball, der das Geschehen in die gegnerische Hälfte verlagert.»

Lahm verweist darauf, dass drei der vergangenen fünf Titel bei Europameisterschaften an Spanien gingen. «Eine solche Dominanz schaffte nicht mal Deutschland in den Siebzigern und Achtzigern. Auf diese Zeit bezog sich Gary Lineker, als er sagte, dass am Ende immer die Deutschen gewinnen. Nö, heute ist es Spanien», heißt es in seiner Kolumne.

Mit Blick auf die Mannschaft von Nationalcoach Luis de la Fuente schreibt Lahm zudem: «Bei der WM im Sommer ist de la Fuentes Elf wie selbstverständlich ein Titelkandidat.»