Umfrage

Mehrheit der Firmen in Deutschland sieht Konjunktur auf Talfahrt

4.04.2026, 14:41

Bürokratie, Frust mit der Politik und düstere Prognosen: Laut einer Umfrage fürchten viele Chefs, dass es für die Wirtschaft bergab geht. Das Baugewerbe ist sehr pessimistisch, das Gastgewerbe weniger.

Die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland rechnet mit einer konjunkturellen Talfahrt. Das geht aus dem Arbeitgeber-Barometer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hervor, das der Zeitung «Bild am Sonntag» vorliegt. Demnach erwarten 63 Prozent der Betriebe in den kommenden sechs Monaten eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Nur sechs Prozent gehen von einer Verbesserung aus, 29 Prozent erwarten keine Veränderung.

Im Vergleich zur BDA-Umfrage vom November 2025 stieg der Anteil der Unternehmen, die mit einer Verschlechterung rechnen, um elf Prozentpunkte. Besonders pessimistisch zeigt sich den Angaben nach das Baugewerbe, während das Gastgewerbe vergleichsweise seltener mit einem Abschwung rechnet.

Als größtes Problem nennen die Unternehmen weiterhin Vorschriften und bürokratische Anforderungen. Für 83 Prozent der Befragten ist das die größte Belastung. Die eigene wirtschaftliche Lage bewerten 62 Prozent der Unternehmen als gut oder sehr gut, im Vorjahr waren es noch 67 Prozent. Dagegen schätzen 37 Prozent ihre Lage als weniger gut oder schlecht ein (2025: 33 Prozent).

«Unternehmer sind Optimisten – aber keine Träumer»

Auch die Zufriedenheit mit der Bundesregierung bleibt laut den Ergebnissen gering. Sie sank sogar von 21 Prozent im vergangenen Jahr sogar auf zuletzt 19 Prozent. Mit der Politik für Wirtschaft und Arbeitsmarkt ist nur noch jeder zehnte Arbeitgeber (10 Prozent) zufrieden.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sprach angesichts der verschlechterten Stimmung von einem «Alarmsignal, das die Politik nicht überhören darf». «Unternehmer sind Optimisten – aber keine Träumer. Seit fast einem Jahr wartet die Wirtschaft auf echte Impulse für Wachstum», sagte er der «Bild am Sonntag». «Wir stehen an einer Wegmarke: Entweder es kommt jetzt ein großes Reformpaket – oder Deutschland rutscht weiter ab.»