«Können nicht länger zusehen»
Börsenchef: Brauchen mehr private und betriebliche Vorsorge
31.03.2026, 08:04
Der Vorstandschef der Deutschen Börse, Stephan Leithner, fordert eindringlich eine grundlegende Reform der Altersvorsorge in Deutschland. «Wir können nicht länger zusehen, dass immer größere Milliardenbeträge aus dem Bundeshaushalt aufgebracht werden müssen, um die Löcher in der Rentenkasse zu stopfen», sagte Leithner im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX.
Klar sei, dass die gesetzliche Rente als eine der drei Säulen der Altersvorsorge erhalten bleibe. «Eine kapitalmarktbasierte betriebliche und private Altersvorsorge muss jedoch eine deutlich stärkere Rolle spielen.»
Die Bundesregierung sei mit der Frühstart-Rente und dem Altersvorsorgedepot, einem staatlichen Standarddepot aus Wertpapieren, bereits wichtige Schritte gegangen. Er sei zuversichtlich, dass darauf aufbauend von der Rentenkommission der nächste große Wurf komme.
«Betriebliche Altersvorsorge in jeden Vertrag»
Bei der Frühstart-Rente, bei der Kinder ab dem sechsten Lebensjahr monatlich zehn Euro vom Staat für ein Depot bekommen sollen, plädiert Leithner für einen deutlichen Anschub per Einmalbetrag: «Sinnvollerweise sollte man die Frühstart-Rente mit 4.000 Euro bei der Geburt eines Kindes beginnen, vor allem wegen des Zinseszinseffektes.» Zudem gehört nach Leithners Überzeugung die betriebliche Altersversorgung in «jeden Arbeitsvertrag».
Merz für Paradigmenwechsel bei der Rente
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte angekündigt, dass die Bundesregierung eine Neugewichtung der drei Säulen – also gesetzliche Rente sowie private und betriebliche Altersvorsorge – noch dieses Jahr auf den Weg bringen will. Bis Jahresmitte soll die von Union und SPD eingesetzte Rentenkommission Vorschläge für eine Reform vorlegen.