Fußball-Bundesliga
Nach zwei Absagen: Werder holt Ex-HSV-Trainer Thioune
4.02.2026, 15:29
Nach zwei Bo-Absagen hat Werder Bremen einen Bundesliga-Neuling als Hoffnungsträger im Kampf um den Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga verpflichtet. Daniel Thioune soll als Nachfolger von Cheftrainer Horst Steffen den Tabellen-15. vor dem Abstieg bewahren. Zuvor hatten die Dänen Bo Henriksen und Bo Svensson den Bremern abgesagt.
«Wir hatten sehr gute Gespräche mit Daniel. Seine Idee vom Fußball, seine Art und seine Herangehensweise an unsere aktuelle sportliche Situation waren ausschlaggebend für die Entscheidung. Wir sind überzeugt, dass wir mit ihm den Turnaround schaffen werden», sagte Werders Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz. Seine Premiere als Werder-Coach wird Thioune am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim SC Freiburg geben.
Ob Werder langfristig mit ihm plant, ist offen. Die Vertragsdauer wurde zunächst nicht kommuniziert. Der Ex-Profi sollte noch Mittwochnachmittag (16.00 Uhr) vorgestellt werden. Zuvor stand die erste Trainingseinheit unter seiner Leitung an.
Trennung von Steffen nach zehn Spielen ohne Sieg
Die Bremer hatten sich am vergangenen Wochenende nach dem 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach von Steffen getrennt. Seit zehn Spielen ist das Team in der Bundesliga sieglos. Der Vorsprung auf die Mainzer auf dem Relegationsplatz ist auf einen Punkt geschrumpft.
Für Thioune ist die Bundesliga Neuland. Auch für seinen Vorgänger Steffen (56) war Bremen die erste Bundesliga-Station als Trainer. Dieses Experiment scheiterte. Steffen war im Sommer vom Zweitligisten SV Elversberg an die Weser gekommen und sollte die Mannschaft nach der Ära Ole Werner weiterentwickeln. Das gelang ihm nur bedingt.
Alleinverantwortlich für die sportlich prekäre Lage war Steffen nicht. Auch Sportchef Fritz steht wegen der verfehlten Transferpolitik in der Kritik. Somit ist auch er dringend angewiesen, dass Thioune Erfolg hat.
Thioune kann Abstiegskampf
Thioune war im Oktober vergangenen Jahres beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf freigestellt worden. Dass der 51-Jährige eine Mannschaft vor dem Abstieg retten kann, zeigte er 2022 in Düsseldorf. Im Februar übernahm Thioune den Traditionsclub auf Platz 15, beendete die Saison im gesicherten Mittelfeld.
Ein Jahr später führte Thioune die Mannschaft auf Platz vier der 2. Bundesliga und scheiterte weitere zwölf Monate darauf erst in der Relegation am Aufstieg.
Thiounes pikante HSV-Vergangenheit
«Ich freue mich sehr auf die Arbeit mit der Mannschaft und ich bin überzeugt, dass es uns gelingen wird, erfolgreich miteinander zu arbeiten und die Ziele des Vereins zu erreichen», sagte Thioune.
Thioune hat allerdings auch eine - zumindest für Werder-Fans - pikante Vergangenheit. Von Juli 2020 bis Mai 2021 trainierte er den Hamburger SV in der 2. Bundesliga, musste aber vorzeitig gehen, da der Aufstieg zu misslingen drohte. Letztlich kehrte der HSV erst vier Jahre später in die Bundesliga zurück. Vor seiner Zeit beim HSV war der frühere Stürmer unter anderem lange beim VfL Osnabrück als Trainer und Spieler aktiv.