Holocaust-Gedenktag
Weimer: Aufarbeitung der NS-Verbrechen ist permanente Aufgabe
27.01.2026, 15:27
Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen bleibt nach den Worten von Staatsminister Wolfram Weimer eine permanente Aufgabe. Gerade in einer Zeit, in der antisemitische Ressentiments wieder offen zutage träten, dürfe Erinnerung weder verblassen noch zu einem bloßen Ritual erstarren, sagte Weimer anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktags.
Die NS-Verbrechen sind nach seinen Worten ein beispielloser Abgrund der Geschichte, der bis heute nachwirkt. Die Auseinandersetzung damit sei «eine kontinuierliche Arbeit am kulturellen Gedächtnis Deutschlands und der Welt», sagte der Staatsminister für Kultur und Medien und erinnerte in einer Rede im Tränenpalast in Berlin laut einer Mitteilung an die Opfer des Nationalsozialismus und die historische Verantwortung Deutschlands.
Erinnerung sei mehr als der Blick in die Vergangenheit: «Sie ist der Herzschlag unserer demokratischen Identität. Wenn wir vergessen, wer wir waren und was Deutsche getan haben, verlieren wir den Kompass dafür, wer wir sein wollen.»
Internationaler Gedenktag am 27. Januar
Der Holocaust-Gedenktag ist ein internationaler Gedenktag, der jährlich am 27. Januar begangen wird. Am 27. Januar 1945 hatten sowjetische Truppen die Überlebenden des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz im besetzten Polen befreit. Die Nazis hatten dort mehr als eine Million Menschen ermordet, überwiegend Juden.
Seit 1996 wird der 27. Januar in Deutschland als Holocaust-Gedenktag begangen. Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2005 den 27. Januar zum Internationalen Holocaust-Gedenktag erklärt. In Israel wird seit 1951 am «Jom Ha-Schoa» der Millionen jüdischen Opfer während des Holocausts gedacht.
Der Holocaust-Gedenktag erinnert an die Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus. Neben den jüdischen Opfern wird auch der Sinti und Roma, Homosexuellen, Menschen mit Behinderungen und Kriegsgefangenen gedacht, die unter dem NS-Regime verfolgt und ermordet wurden.
Weimer: Junge Menschen an Geschichte interessiert
Weimer unterstrich laut der Mitteilung die Verantwortung von Politik und Kultur, neue Wege der Vermittlung zu gehen, und hob die Bedeutung der jungen Generation hervor. «Es nützt nichts, in elitären Echokammern zu verharren. Wir müssen den Dialog dort führen, wo die Fragen gestellt werden. Junge Menschen sind die Trägerinnen und Träger unserer demokratischen Zukunft.»
Wenn Desinformation und Hass auf digitalen Plattformen die Deutungshoheit gewännen, sei dies eine Gefahr für die Demokratie insgesamt, mahnte Weimer. Er zeigte sich überzeugt davon, dass junge Menschen an der Geschichte interessiert seien. «Die Jugend will wissen. Sie will verstehen. Auf dieser Neugier müssen wir aufbauen.»