Süßwaren
Teure Schokolade – Kunden greifen seltener zu
27.01.2026, 15:20
Eine Tafel Schokolade für zwei Euro oder mehr: Verbraucher in Deutschland nehmen die höheren Preise bei Supermärkten und Discountern nicht achselzuckend hin, sondern kaufen weniger. Das teilte der Marktforscher NIQ vor Beginn der internationalen Süßwarenmesse (ISM) in Köln auf Nachfrage mit.
Der Umsatz mit Schokoladenwaren stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr zwar um 7,5 Prozent. Die Zahl der verkauften Packungen ging jedoch um 5,8 Prozent zurück, bei Weihnachtsschokolade sogar um 12 Prozent.
Packungen im Schnitt 14 Prozent teurer
«Für Konsumenten gibt es beim Preisanstieg Grenzen. Das führte sogar bei beliebten Events wie Ostern und Weihnachten zu Kaufzurückhaltung und Verzicht», sagt NIQ-Süßwarenexperte David Georgi. Die Branche steigerte ihre Erlöse mit Schokoladenwaren vor allem wegen der höheren Preise. Eine Packung kostete 2025 im Schnitt rund 14 Prozent mehr als im Vorjahr.
Hersteller wie Mondelez (Milka), Ritter Sport oder Lindt & Sprüngli verweisen auf gestiegene Rohstoffkosten infolge klimabedingt schlechter Ernten. Schokolade war schon in den Vorjahren teurer geworden. Laut Statistischem Bundesamt kostete eine Tafel im Dezember knapp 70 Prozent mehr als 2020, Pralinen mehr als 50 Prozent. Daher griffen Verbraucher zuletzt häufiger zu Sonderangeboten.
Schokolade größte Süßwaren-Kategorie
Insgesamt steigerte die Süßwarenbranche ihren Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr laut NIQ um 4,9 Prozent, die Zahl der abgesetzten Packungen sank um 2,2 Prozent.
Für einige Produkte lief es jedoch besser. Zu den größten Gewinnern zählten Sport- und Energieriegel, salzige Snacks wie Laugengebäck und Stapelchips, Waffeln sowie Frucht- und Weingummis (inklusive Lakritze). Schokolade bleibt die größte Süßwaren-Kategorie, gefolgt von salzigen Snacks, Zuckerwaren und Gebäck.