Diplomatie
Wadephul reist nach Washington - Zwischenstopp in Island
9.01.2026, 15:55
Außenminister Johann Wadephul reist vor dem Hintergrund der laufenden Beratungen über einen Waffenstillstand in der Ukraine und der US-Drohungen mit einer Annexion Grönlands nach Washington. Nach Angaben der Sprecherin des Auswärtigen Amts will der Christdemokrat dort an diesem Montag seinen US-Kollegen Marco Rubio zu Beratungen treffen. Zentrale Themen seien die bilateralen Beziehungen, die weitere Unterstützung der Ukraine sowie die transatlantische Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Auf der Agenda stünden relevante außen- und sicherheitspolitische Fragen.
Nach Angaben der Sprecherin will Wadephul auf dem Flug in die USA einen Zwischenstopp auf Island einlegen und dort seine Kollegin Thorgerdur Katrín Gunnarsdóttir treffen. Der Außenminister war bereits Anfang Dezember in Berlin mit Gunnarsdóttir zusammengekommen. Einen Zwischenstopp auf Grönland kündigte die Sprecherin nicht an. Die Reise sei ein starkes Zeichen der engen bilateralen Beziehungen zu den USA, aber auch für die Bedeutung der europäischen Nato-Partner, sagte sie.
Trump begründet Interesse an Grönland mit nationaler Sicherheit
US-Präsident Donald Trump zeigt verstärkt Interesse an dem zum Nato-Partner Dänemark gehörenden Grönland. Das Weiße Haus hatte mit der Feststellung für Aufsehen gesorgt, dass ihm als Oberbefehlshaber dabei der Einsatz des US-Militärs «jederzeit als Option» zur Verfügung stehe. Im Interview der «New York Times» begründete Trump das Interesse an Grönland kürzlich erneut mit der nationalen Sicherheit der USA sowie den Naturschätzen der Insel.
Regierung bedauert US-Rückzug aus internationalen Organisationen
Die AA-Sprecherin bedauerte den angekündigten Rückzug der USA aus 66 internationalen Organisationen aus Bereichen wie Umwelt und Klima, Geschlechtergerechtigkeit, Bildung sowie die Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und Rechtsstaatlichkeit. Globale Herausforderungen wie Kriege, Hunger und Umweltzerstörung könnten nur global bewältigt werden. Man werde weiterhin das Gespräch mit den USA suchen, «um das gemeinsame Verständnis zu vertiefen, wie die internationale Kooperation und unsere gemeinsamen Interessen weiterentwickelt» werden könnten.